Hauptinhalt

Nur in Bayern: Betreuungsgeld und Landeserziehungsgeld

Die meisten Familienleistungen – wie z. B. das Kindergeld – gibt es bundesweit. Zusätzlich und nur in Bayern gibt es das Betreuungsgeld und das Landeserziehungsgeld. Die beiden Leistungen sollen die Wahlfreiheit von Eltern stärken: Die Entscheidung, ob Kinder in den ersten Lebensjahren in der Kita oder privat (z. B. durch Eltern oder Großeltern) betreut werden, soll nicht vom Geld abhängen.

Wahlfreiheit für Familien

Gerade Eltern mit kleinen Kindern haben unterschiedliche Vorstellungen, wie ihr Kind betreut werden soll. Für einige Eltern ist klar: „Ich möchte mit meinem Kind gerade in den ersten Jahren so viel Zeit wie möglich verbringen. Diese Zeit wird mir nicht nochmal geschenkt.“ Andere Eltern möchten möglichst früh den Kontakt ihrer Kinder mit anderen Kindern fördern und entscheiden sich für die Kita. Und manche Eltern können sich die Kita zwar vorstellen, sagen aber: „Mein Kind ist noch nicht so weit.“ Alle Eltern mit kleinen Kindern müssen hier für sich und ihr Kind den passenden Weg herausfinden.

Zu diesen ganz persönlichen Einstellungen zur Kinderbetreuung kommt der finanzielle Aspekt hinzu: Gerade die Phase der Familiengründung ist meist verbunden mit einem geringeren Einkommen und zugleich höheren Ausgaben durch den Familienzuwachs.

Die bayerische Politik will Familien Wahlmöglichkeiten bieten und so Freiräume schaffen, das Familienleben nach den eigenen Vorstellungen zu organisieren.

Auf einen Blick: die beiden Landesleistungen

Bayern ist das einzige Bundesland in Deutschland, das Eltern in den ersten Lebensjahren eines Kindes mit zwei Landesleistungen unterstützt.

Junges Paar hilft Kleinkind auf Klettergerüst.

Mit dem Bayerischen Betreuungsgeld und dem Landeserziehungsgeld unterstützt der Freistaat Eltern, die ihre Kinder in den ersten Lebensjahren selbst betreuen. (Foto: iStock/Getty)

Bayerisches Betreuungsgeld

Mit dem Betreuungsgeld werden Eltern unterstützt, die die Betreuung ihres ein- oder zweijährigen Kindes

  • selbst übernehmen oder
  • privat organisieren wollen, beispielsweise mit den Großeltern.

Zentrale Voraussetzung ist, dass kein Platz in der öffentlich geförderten Kindertagesbetreuung in Anspruch genommen wird. Ob die Eltern (beide) erwerbstätig sind oder nicht, spielt keine Rolle.

Wer bezugsberechtigt ist, erhält unabhängig von seinem Einkommen 150 Euro pro Kind und Monat, längstens für 22 Monate.

Beispiel: Ein Paar mit Zwillingen im Alter von ein oder zwei Jahren erhält 300 Euro monatlich.

In Bayern profitieren alle Eltern mit ein- und zweijährigen Kindern: Eltern, die sich für die Krippe oder Tagespflege entscheiden, kommt die öffentliche Förderung dieses Betreuungsplatzes zugute. Die anderen Eltern erhalten das Betreuungsgeld. 

Übrigens

Mehr als drei Viertel der bayerischen Eltern beantragen das Betreuungsgeld. Das Landeserziehungsgeld kommt etwa jeder dritten Familie zugute. Für beide Leistungen zusammen stellt der Freistaat Bayern 2017 rund 291 Millionen Euro und 2018 rund 320 Millionen Euro zur Verfügung.

Gut zu wissen: Betreuungsgeld und Landeserziehungsgeld haben unterschiedliche Voraussetzungen. Beide Leistungen können für ein Kind unabhängig voneinander und gleichzeitig bezogen werden.

Landeserziehungsgeld

Das Landeserziehungsgeld kann direkt im Anschluss an das Elterngeld bezogen werden. Es beträgt monatlich höchstens 150 Euro für das erste, 200 Euro für das zweite und 300 Euro für das dritte und jedes weitere Kind.

Voraussetzungen:

  • Die Eltern üben keine oder keine volle Erwerbstätigkeit aus, um ihr Kind selbst zu betreuen.
  • Bestimmte Einkommensgrenzen werden nicht überschritten: bei Paaren 34.000 Euro und bei alleinerziehenden Müttern oder Vätern 31.000 Euro. Bei jedem weiteren Kind steigt die Einkommensgrenze um jeweils 4.440 Euro (Hinweis: Diese Einkommensgrenzen gelten für ab dem 1. Januar 2017 geborene Kinder).

Beispiel: Für ein Paar mit drei Kindern liegt die Einkommensgrenze bei 42.880 Euro.

Tipp

Der Landeserziehungsgeld-Rechner bietet eine Orientierungshilfe, ob Sie Anspruch auf Landeserziehungsgeld haben

  • Bei der Prüfung der Einkommensgrenzen werden Abzüge vom Einkommen vorgenommen.
  • Und: Auch bei Überschreiten der Einkommensgrenzen kann reduziertes Landeserziehungsgeld zustehen: Die Leistung wird mit zunehmendem Einkommen abgeschmolzen.