Fernsehen, Film und Hörmedien

Viele Kinder nutzen Filme, Serien, TV-Sendungen, Hörspiele und Hörbücher. Für Eltern ist nicht immer leicht erkennbar, welche Angebote altersgerecht und geeignet sind.

  • Wann können Hörbücher und Hörspiele Kinder fördern oder überfordern?

  • Welche Lieder, Sendungen und Geschichten eignen sich für Kinder?

  • Welche Lautstärke ist für Kinderohren angemessen?

Informationen und Tipps zu Hörmedien

  • Welche Sendungen sind für Kinder geeignet?

  • Gibt es Nachrichtenangebote für Kinder?

  • Welche Filme sind kindgerecht?

Das Projekt FLIMMO bietet pädagogische Einschätzungen zu TV, Streaming, YouTube und Kino. Das Angebot unterstützt Eltern und Fachkräfte bei der Auswahl geeigneter Inhalte und gibt praktische Hinweise zur Medienerziehung.

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Praxisbeispiele zur Medienerziehung

Kinder kommen oft schon früh mit digitalen Medien in Berührung. Umso wichtiger ist es, sie bei einer sicheren und verantwortungsvollen Mediennutzung zu begleiten. In kurzen Audioaufnahmen berichten Familien von typischen Herausforderungen im Alltag. Fachliche Einordnungen geben Hinweise, wie Eltern und Erziehungsberechtigte Medienregeln entwickeln und Kinder im Umgang mit Medien unterstützen können.

Gut beraten: Profitipps zur Medienerziehung

Medienerziehung von Kindern spielt eine immer größere Rolle in der heutigen digitalen Welt. Kinder kommen oft schon sehr früh mit digitalen Medien in Berührung – umso wichtiger, dass sie lernen, diese Medien sicher und verantwortungsvoll zu nutzen. Doch wie können Eltern und Erziehungsberechtigte ihre Kinder bei der Nutzung digitaler Medien begleiten und unterstützen? Wie lassen sich für beide Seiten sinnvolle Regeln aufstellen? In kurzen Audioaufnahmen stellen Familien ihre persönlichen Herausforderungen der Mediennutzung vor. Unsere Expertinnen ordnen ein und zeigen auf, welche Maßnahmen Eltern und Erziehungsberechtigte für einen angemessenen Medienumgang ihrer Kinder ergreifen können.

Schwerpunktthema: Digitale Spiele

Digitale Spiele sorgen in Familien häufig für Diskussionen, insbesondere bei der Frage der Nutzungszeiten. Eine Familie berichtet von Konflikten, Kompromissen und davon, wie ein Mediennutzungsvertrag unterstützen kann.

Nahaufnahme einer lächelnden Frau mit kurzem braunem Haar, blauem Blazer und gemustertem hellblauem Oberteil vor einer hellgrauen Wand.

Das sagt die Expertin:
Immer wieder Konflikte um die Medienzeit

Die stetige Auseinandersetzung über die Medienzeit ist eines der zentralen Themen der Medienerziehung. Fast alle Familien kennen dieses Problem. Das Gespräch zwischen Mutter und Sohn zeigt einen typischen Familienkonflikt: Wenn Eltern die Mediennutzung einschränken, sind Kinder damit häufig nicht einverstanden. Vor allem starre Regelungen bezüglich der Zeitkontingente oder Zeiträume fordern geradezu dazu auf, in Frage gestellt zu werden und dagegen zu rebellieren.

Ein Mediennutzungsvertrag ist ein guter Ansatz, das Thema Mediennutzung zu regeln. Hier vereinbaren Eltern und Kinder, wie sie in der Familie die Medien nutzen wollen. Sowohl die Eltern, als auch die Kinder legen gemeinsam fest, wann, wo und wie lange das Smartphone sowie die anderen Medien genutzt werden.

Leider sind aber auch die besten Regelungen nur sinnvoll, wenn sich alle daran halten. Zum Konflikt kommt es, wenn sich im Alltag herausstellt, dass bestimmte Regeln nicht klappen. Dann muss nachverhandelt werden, denn Regelungen müssen praxistauglich sein und von allen als sinnvoll eingesehen werden.

Somit wäre es für Mutter und Sohn gut, sich noch einmal zusammen den Mediennutzungsvertrag anzuschauen und zu überlegen, was geändert werden könnte. Das heißt nicht, dass alle Regelungen über Bord geworfen werden, sondern dass man sich nochmal gemeinsam hinsetzt und überlegt, wo es hakt. Dann sollte man sich auf Lösungen einigen, die erstmal eine bestimmte Zeit lang Gültigkeit haben, damit nicht gleich wieder das „Gefeilsche“ um die Medienminuten beginnt. Nach Ablauf der vereinbarten Zeit kann man gemeinsam Resümee ziehen.

Manche Konflikte rund um die Mediennutzung müssen aber auch ausgetragen und im Zweifel auch ausgehalten werden. Hilfreich ist es dann immer, mit anderen Eltern im Austausch zu sein und so vielleicht Zugriff auf „Good-Practice-Beispiele“ anderer zu haben.

Lesetipp

Mehr Informationen zum Thema Mediennutzungsvertrag finden Sie hier: www.mediennutzungsvertrag.de

Schwerpunktthema: Smartphone-Zeiten

Auch die Smartphone-Nutzung beschäftigt viele Familien. Vor allem bei der Nutzungsdauer gehen die Ansichten häufig auseinander. Eine Familie berichtet, welche Lösungen sie für Zeitlimits und Smartphone-Nutzung im Alltag gefunden hat.

Nahaufnahme einer lächelnden Frau mit kurzem braunem Haar, blauem Blazer und gemustertem hellblauem Oberteil vor einer hellgrauen Wand.

Das sagt die Expertin:
Medienerziehung ist ein wichtiger Bestandteil der Erziehung

Die Tonspur zeigt ein schönes Beispiel, wie Medienerziehung gelingen kann. Die Familie hat eine für sich funktionierende Lösung gefunden. Hilfreich war sicherlich, dass sich die Mutter vorab Gedanken gemacht, Informationen – beispielsweise zu technischen Beschränkungen – eingeholt und eine Haltung entwickelt hat. Für die drei großen Fragen, die Eltern meist unter den Nägeln brennen - Ab wann? Was? Wie lange? - scheinen tragfähige Lösungen gefunden worden zu sein. Der Zeitpunkt für das erste eigene Smartphone ist aus medienpädagogischer Sicht mit rund 10 Jahren, was ungefähr dem Übergang an eine weiterführende Schule entspricht, sinnvoll gewählt. Auch die technische Sperrstunde ist eine gute Möglichkeit um Ruhephasen zu finden. Alternativ könnte eine „Handygarage“ – die Schublade als Handy-Parkplatz – helfen, phasenweise abzuschalten. Die Idee, das Zeitlimit „auf Probezeit“ auszusetzten ist pragmatisch, da es revidiert werden kann, sollte es nicht klappen.

Entscheidend sind aber vor allem zwei Dinge:

  1. Der Mutter gelingt es, die Bedeutung digitaler Medien in ihrer Wichtigkeit für ihr Kind zu erkennen. Dies gilt vor allem für die Kommunikation mit Gleichaltrigen, umfasst aber auch die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten des Smartphones. Dem „Was?“ wird Bedeutung zugemessen und es besteht ein Verständnis, dass eine Beschränkung auf ein „Wie lange“ zu kurz greift, da beispielsweise Spiele oder Kommunikationsstränge abgebrochen würden. Gleichwohl gibt es einen klaren Rahmen, das Handy ist nachts ausgeschaltet – und manchmal ist es einfach genug.

  2. Mutter und Sohn sind in Kontakt, treffen Absprachen und passen diese an. Das ursprünglich vereinbarte Zeitlimit von einer Stunde hat sich im Alltag als untauglich erwiesen. Die Formulierungen „haben wir gemerkt“ und „haben wir probiert“ machen auf eine schöne Weise deutlich, dass Mediennutzung ein Entwicklungsprozess ist und neue Wege gemeinsam ausprobiert und gefunden werden.

Falls die Tonspur bei euch Zuhause nicht ganz so harmonisch klingt: Wir haben hier einen möglichen Weg gehört – und davon auch nur einen Teil der Schritte. Was in dieser Familie klappt, muss nicht bei allen funktionieren! DIE EINE, für alle Familien richtige Lösung in Medienfragen gibt es nicht. Viele Kinder wären beispielsweise mit einer freien Medienzeit überfordert und würden lautstark protestieren, wenn Mama oder Papa sagen, dass es „jetzt aber wirklich mal reicht“. In diesem Fall könnte beispielsweise ein wöchentliches Zeitkontingent helfen - so wäre der harte tägliche Bruch vermieden und Kinder könnten lernen sich ein wöchentliches Budget einzuteilen.

Lesetipp

Mehr Ideen, wie es andere Eltern machen, bekommt ihr bei www.elterntalk.net.

Web-Coachings rund um Medienthemen findet ihr auf unserer Homepage.

In den Medienbriefen des bayerischen Erziehungsratgebers finden sich viele hilfreiche Informationen zur Medienerziehung für alle Altersstufen.

Schwerpunktthema: Gemeinsame Nutzung von Medien

Wenn Geschwister gemeinsam Medien nutzen, kann es zu Konflikten kommen, insbesondere dann, wenn sie unterschiedliche Interessen haben. Eine Familie berichtet von ihren Erfahrungen und möglichen Lösungsansätzen.

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Das sagt die Expertin:
Mediennutzung in der Familie

Die Mediennutzung in der Familie ist häufig ein Streitthema. Wer darf wann, wie lange einen Film anschauen oder an der Konsole spielen? Vor allem wenn die Kinder unterschiedlich alt sind, stellt sich häufig die Frage: Brauchen wir für jedes Kind ein eigenes Tablet oder einen eigenen Fernseher, um alle Medienbedürfnisse befriedigen zu können? Wenn dann auch noch die Eltern ihre Medienvorlieben einbringen, wird das Ganze unübersichtlich und schwer zu regeln. Was helfen kann: sich über die Mediennutzung zu verständigen und gemeinsam auf eine Sendung oder ein Spiel zu einigen. Das ist auch aus medienpädagogischer Sicht sinnvoll, da so der Umgang mit Medien ausgehandelt wird und die unterschiedlichen Bedürfnisse berücksichtigt werden. Neben der gemeinsamen Auswahl sind auch gemeinsame Regeln wichtig für einen guten Umgang mit Medien in der Familie. Diese Regeln müssen für alle Familienmitglieder akzeptabel und im Alltag sinnvoll umsetzbar sein. Im Fall der Familie geht es vor allem darum, dass durch den Altersunterschied verschiedene Bedürfnisse berücksichtigt werden müssen und die Kinder lernen, wie sie sich auf eine Sendung einigen können. Dabei müssen die Wünsche beider Geschwister zur Geltung kommen. Das funktioniert in der Regel sehr gut, wenn die Kinder keinen zu großen Altersunterschied haben. Dann kann das ältere Kind auf die Bedürfnisse und Ängste des jüngeren Geschwisterkinds Rücksicht nehmen und sich mit ihm auf eine Sendung einigen. Wenn der Abstand aber mehr als drei Jahre beträgt, muss ein Weg gefunden werden, der auch spezifisch auf die Bedürfnisse des älteren Kindes eingeht. Eltern können beispielsweise einmal ganz exklusiv mit dem älteren Kind einen Film anschauen oder ein Spiel spielen, das ihm gefällt. Grundsätzlich gilt, dass Eltern, wenn möglich, bei der Mediennutzung dabei sein oder zumindest ein Auge darauf haben sollten. Denn gemeinsame Medienzeit ist für alle ein Gewinn.

Schwerpunktthema: Altersgerechte Nutzung und Budget

Wie können Kinder und Jugendliche Medien altersgerecht nutzen? Und wie lassen sich Ausgaben für Games, Konsolen, Apps und In-Game-Käufe begrenzen? Eine Familie gibt Einblicke in ihre Regeln im Alltag. 

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Das sagt die Expertin:
Zocken mit Eigenverantwortung

Digitale Spiele sind ein wichtiger Bestandteil der jugendlichen Lebenswelt. Inzwischen spielen rund dreiviertel aller Jugendlichen regelmäßig digitale Spiele. Zwischen Vater und Sohn geht es beim Thema Gaming weitgehend konfliktfrei zu. Das gelegentliche Streitthema der Nutzungsdauer ist sicherlich ein Dauerbrenner in vielen Familien. Die vereinbarte Spieldauer von ein bis zwei Stunden am Tag fügt sich in die „Faustformel“ von einer Stunde Medienzeit pro Lebensjahr in der Woche ein. Diese gilt ab dem 10 Lebensjahr – andere digitale Medien aber mitdenken Für mehr Flexibilität könnte ein festes Wochenkontingent vereinbart werden, sodass Ben die tägliche Zeiteinteilung selbst gestalten kann. Wird zum Beispiel an einem Tag länger mit Freunden gezockt, muss an anderen Tagen die Konsole ausbleiben. Somit kann Ben mit zunehmendem Alter lernen, seine Mediennutzung selbst zu regulieren – das ist der beste Schutz vor einer exzessiven Mediennutzung. Allgemein scheinen tragfähige Familienlösungen rund ums digitale Spielen gefunden worden zu sein. Positiv fallen vor allem zwei Grundpfeiler auf: Ausgleich hat einen hohen Stellenwert in der Familie und es wird darauf geachtet, dass neben dem digitalen Spielen genügend Raum für andere Hobbys und Aufgaben bleibt. Zudem informieren sich die Eltern über Altersfreigaben von Spielen und setzen ganz klare Grenzen: Spiele ohne Jugendfreigabe sind tabu! Das ist notwendig, denn die hier genannten Ego-Shooter beeinträchtigen aufgrund ihrer stark gewalthaltigen Konzepte und implizierten Identifikation mit den Spielfiguren eine gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Ihrem Sohn begegnen die Eltern mit einer gut dosierten Mischung aus Zutrauen, Vertrauen und Kontrolle. Die Eltern verzichten zwar auf eine tägliche Durchsicht des Rechners, behalten aber durchaus im Blick, welche Games gerade gespielt werden. Dem Vater ist bewusst, dass er dadurch nicht die volle Kontrolle über das Gespielte hat, für ihn zählen aber auch die Entwicklung von Eigenverantwortung und die bestehende Vertrauensbasis. Gleichzeig ist die Konsequenz bei Nichteinhaltung der Regeln klar kommuniziert: Der PC wird für mehrere Tage abgebaut. Mit steigendem Alter geht es in der Pubertät darum, zunehmend Eigenverantwortung zu übernehmen und Gefährdungen selbst zu erkennen: Welche Spiele tun mir gut? Welche nicht? Eltern sollten ihr Kind auf diesem Weg begleiten und als vertrauensvoller Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Und: Gemeinsam als Familie zu spielen kann ebenso Spaß machen! Vater und Sohn könnten sich auch mal gemeinsam an die Konsole setzen. Oftmals fällt es Eltern, die nicht selbst spielen, schwer, die Begeisterung für digitale Spiele nachzuvollziehen. Sich das aktuelle Lieblingsspiel von seinem Kind zeigen zu lassen und es gemeinsam auszuprobieren, gibt Einblicke und schafft Verständnis, was das eigene Kind am Gaming fasziniert. Und ein Rollentausch, indem das Kind einmal Profi ist, kann sicherlich ebenfalls eine schöne, neue Erfahrung sein… und vielleicht entdeckt manch Elternteil dabei sogar die eigene Spielfreude.

Lesetipp

Eine gute pädagogische Einschätzung zu PC-, Handy- und Konsolenspielen bietet die Informationsplattform Spielratgeber.

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ELTERNTALK: Eltern-Austausch über Medien (und noch viel mehr)

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