Mediennutzung und Erziehung

Das Wichtigste in Kürze

Kinder sollen ihrem Alter entsprechend lernen, eigenverantwortlich mit digitalen Medien umzugehen. Damit Kinder dies erlernen können, müssen Eltern Vorbild durch ein bewusstes und kritisches Mediennutzungsverhalten sein. Deshalb sprechen Projekte zur Stärkung der Medienkompetenz oft das gesamte Umfeld von Kindern an: Eltern genauso wie Lehrkräfte und das pädagogische Personal der Kinder- und Jugendhilfe. Medienbildung beginnt heute schon in der Kita – und soll Kinder und Jugendliche aller Altersstufen begleiten: von der Auswahl kindgerechter Filme bis zu Themen wie Datenschutz und Cyber-Mobbing.

Tipp für Eltern: Machen Sie sich von den Medien ein eigenes Bild und besprechen Sie mit Ihren Kindern, warum ein Medium für deren Alter angemessen ist oder nicht.

Sie können sich zu allen Medien- und Erziehungsfragen an folgende Stellen wenden:

Mann mit zwei Kindern blickt gemeinsam auf ein Tablet auf einem Holztisch.
StMAS/Lara Freiburger

Ihre Fragen rund um Medien und Medienerziehung

Kinder wachsen heute selbstverständlich mit digitalen Medien auf. Oft kennen sie sich mit den Geräten, Medien und Inhalten besser aus als ihre Eltern. Digitale Medien können Alltag, Lernen, Kreativität und Kommunikation bereichern. Zugleich können Kinder und Jugendliche mit Inhalten und Kontakten in Berührung kommen, die sie beeinträchtigen oder gefährden. Nachfolgend werden zentrale Fragen rund um Mediennutzung und Medienerziehung aufgegriffen. 

Bei Medien- und Erziehungsfragen unterstützen insbesondere folgende Stellen:

FAQs zu Jugendschutz & Medienkompetenz in Bayern

Alterskennzeichen geben an, ab welchem Alter Filme oder digitale Spiele Kindern und Jugendlichen in der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden dürfen. Sie sind für Anbieter verbindlich und für Eltern eine wichtige Orientierung. Pädagogische Empfehlungen sind Alterskennzeichen jedoch nicht. Maßstab der Alterskennzeichnung ist, ob ein Film oder Spiel geeignet ist, die Entwicklung von Kindern oder Jugendlichen oder ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu beeinträchtigen. Zur besseren Einordnung werden Alterskennzeichen durch sogenannte Deskriptoren ergänzt. Diese Zusatzinformationen beschreiben in Schlagworten, welche Inhalte des Films oder Spiels auf Kinder und Jugendliche der jeweiligen Altersgruppe auf welche Weise beeinträchtigend wirken können, z.B. Gewalt, Bedrohung, Sexualität oder Drogenkonsum. Zu finden sind die Deskriptoren neben den Alterskennzeichen auf den Bildträgern, im Kino oder auch bei den Online-Angeboten. 

Linktipps rund um Alterskennzeichen:

Hinweis: Kinder ab sechs Jahren dürfen im Kino Filme besuchen, die ab zwölf Jahren freigegeben sind, wenn sie von einer personensorgeberechtigten oder erziehungsbeauftragten Person begleitet werden. Eltern sollten im Einzelfall sorgfältig prüfen, ob der Film für das eigene Kind geeignet ist.

Jugendgefährdende Inhalte können sich zum Beispiel in menschenverachtenden Darstellungen, sexualisierter Herabwürdigung, detaillierten Gewaltdarstellungen oder Aufrufen zu Hass und Straftaten zeigen. Die Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz (BzKJ) führt die Liste jugendgefährdender Medien. Eine Indizierung hat insbesondere Verbreitungs- und Werbebeschränkungen zur Folge. Privatpersonen können sich bei Verdacht auf jugendgefährdende Inhalte zunächst an geeignete Beschwerde- und Meldestellen, an das örtliche Jugendamt oder bei strafbaren Inhalten an die Polizei wenden. Jugendämter sind antragsberechtigt; weitere Stellen können eine Indizierung anregen.  

  • Für Beschwerden über jugendgefährdende Inhalte im privaten Rundfunk und in Telemedien sind die Landesmedienanstalten bzw. die Kommission für Jugendmedienschutz zuständig.

  • Beschwerden zu Angeboten der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten können über die Beschwerdewege der jeweiligen Rundfunkanstalt eingereicht werden.

Technische Schutzmöglichkeiten wie Jugendschutzprogramme, Filtersoftware, altersgerechte Geräteeinstellungen und Kindersuchmaschinen können Eltern dabei unterstützen, Risiken im Netz zu verringern. Sie ersetzen jedoch nicht die Begleitung und das Gespräch über Medieninhalte. Weitere Informationen bieten insbesondere:

  • Der Bayerische Erziehungsratgeber „BAER“ informiert über den technischen Jugendmedienschutz – also z. B. Filter-Software, die den Zugang zu Web-Angeboten beschränkt: technischer Jugendmedienschutz

  • Geeignete Internet-Angebote freischalten und ungeeignete blockieren können Eltern mit Jugendschutzprogrammen. Mehr erfahren Sie bei der Kommission für Jugendmedienschutz: 
    Jugendschutzprogramme.

  • Auch die Website Klicksafe.de informiert über Jugendschutzfilter.

  • Der gemeinnützige Verein JusProg e. V. stellt eine kostenlose Filtersoftware zur Verfügung, die Kinder und Jugendliche vor nicht altersgerechten Inhalten im Internet schützt: 
    Filtersoftware JusProg: Infos und Download

Viele Eltern fragen sich, wann Smartphone-Nutzung problematisch wird und wie viel Medienzeit angemessen ist. Entscheidend sind neben der Dauer auch Inhalt, Anlass, Tageszeit und die Frage, ob Schule, Schlaf, soziale Kontakte oder andere Aktivitäten darunter leiden. Für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Smartphone benötigen Kinder und Jugendliche Medienkompetenz, Orientierung und verlässliche Regeln. Viele Eltern fragen sich daher: „Ab welchem Alter kann mein Kind ein Smartphone nutzen?“, „Wieviel Nutzung ist schon zu viel?“ und „Ist mein Kind schon handysüchtig?“.

Mit einem Mediennutzungsvertrag können Familien gemeinsame Regeln zur Smartphone- und Mediennutzung festhalten: 
Zum Mediennutzungsvertrag

  • Die Plattform Internet-abc zeigt Kindern, Eltern und Lehrkräften, worauf man im Internet achten sollte und liefert nützliche Tipps.
    Plattform Internet-abc

  • ELTERNTALK bietet fachlich moderierte Gesprächsrunden für Eltern. Dort können Fragen zur Mediennutzung, zu Social Media, Messenger-Diensten, gefährdenden Inhalten und Familienregeln im geschützten Rahmen besprochen werden. ELTERNTALK ist ein Angebot der Aktion Jugendschutz, Landesarbeitsstelle Bayern e. V.

  • Hier finden Sie alle Orte, an denen es ELTERNTALK gibt:
    Elterntalk in Bayern

  • Die EU-Initiative klicksafe bietet Materialien für Eltern, Kinder und Jugendliche sowie Lehr- und Fachkräfte. Die Angebote reichen von Datenschutz-Tipps bis zu Informationen zur Medienkompetenz. Einige Materialien sind mehrsprachig verfügbar.
    Zu klicksafe [MK3]

  • -Die Broschüre „Online dabei – aber sicher“ der Initiative „Gutes Aufwachsen mit Medien“ bietet Eltern und Fachkräften Informationen und Tipps zu Social Media.
    Online dabei – aber sicher

Film und Fernsehen:

  • FLIMMO ist ein Elternratgeber für TV, Streaming, YouTube und Kino. Die Website unterstützt Eltern altersgerechte Inhalte auszuwählen. Pädagogische Einschätzungen helfen bei der Orientierung.
    Zu FLIMMO

  • Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) stellt auf ihrer Website Filmdatenbanken und Filmbewertungs-Plattformen vor und verlinkt zu deren Angeboten.
    Zu den Informationen für Familien

Computerspiele:

  • Informationen zu Altersfreigaben und Orientierungshilfen zu digitalen Spielen bieten insbesondere die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) und pädagogische Ratgeberangebote.
    Zum Elternratgeber der USK

Apps:

  • Die Stiftung Lesen bietet App-Empfehlungen.

  • Die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur zeichnet monatlich eine App, ein Game oder ein digitales Angebot mit Kinder- bzw. Jugendliteraturbezug aus.
    App des Monats

  • „Ran an Maus und Tablet“ heißt ein Projekt der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien. Die Website richtet sich an pädagogische Fachkräfte an Kitas und Lehrkräfte an Grundschulen ohne (besondere) Vorkenntnisse.
    Ein Materialpaket bietet u. a. 
    Orientierungshilfen und Anleitungen rund um Hardware, Software & Apps.

  • Mit der App „Wo ist Goldi? – Sicher Surfen im Netz“  des Bayerischen Digitalministeriums können Grundschulkinder auf spielerische Weise bei verschiedenen Abenteuern mögliche Gefahren im Umgang mit digitalen Medien kennenlernen und verstehen.
    App „Wo ist Goldi?“

  • Die Suchmaschine frag Finn liefert Kindern altersgerechte Websites, Surftipps, Videos und Spiele. Eltern und Fachkräfte finden hier hilfreiche Tipps rund um das sichere Surfen.
    frag Finn

Viele Smartphones, Tablets, App-Stores und Betriebssysteme bieten Familien- und Jugendschutzeinstellungen. Dazu gehören etwa Bildschirmzeitbegrenzungen, Altersfreigaben, Kaufbeschränkungen und Freigaben durch Eltern. Da sich die Einstellungen regelmäßig ändern, sollten die aktuellen Hinweise der jeweiligen Anbieter beachtet werden.Bei Android-Geräten können Sie im Play-Store eine PIN festlegen, die vor jedem Download oder Kauf eingegeben werden muss (unter „Einstellungen“ > „PIN festlegen“/„PIN ändern“).

Auch im digitalen Raum können Kinder und Jugendliche mit Risiken und Übergriffen konfrontiert werden. Dazu gehören Cybermobbing, Cybergrooming, Hate Speech, Desinformation, sexuelle Belästigung oder Erpressung. Für betroffene Jugendliche kann dies schlimme und langfristige Folgen haben. Informationen und Hilfestellungen bieten insbesondere folgende Angebote:

Cybermobbing

  • Was mache ich, wenn mein Kind online gemobbt wird? Antworten und weiterführende Links zu dieser und anderen Fragen bietet
    klicksafe.de

  • Hilfe bei Cybermobbing: Die Website Juuuport.de bietet Tipps und anonyme Beratung für Jugendliche. 
    Hier geht es zur Onlineberatung

  • Erste Hilfe bei Cybermobbing per App: klicksafe.de hat eine App entwickelt, die Betroffenen konkrete Verhaltenstipps liefert. 
    Zur Cybermobbing Leichte Hilfe App

  • Ratschläge für den richtigen Umgang mit digitaler Gewalt finden Eltern und Jugendliche auf klicksafe.de. Hier gibt es für beide Zielgruppen eine Broschüre bzw. einen Flyer zum Thema Digitale Gewalt als Download. 
    Broschüre zu Digitaler Gewalt

Video-Tipp: Für klicksafe.de berichten fünf prominente YouTuberinnen und YouTuber von ihren persönlichen Erfahrungen mit dem Thema Mobbing.
Zur Videoreihe „Ich war’s“

Hate Speech und Hass im Netz

Desinformation und Fake News

Sexting, Sextortion und digitale Gewalt im Netz

Cybergrooming

Übrigens

Die Medienaufsicht liegt bei den Landesmedienanstalten. Sie werden unterstützt durch die Kommission für Jugendmedienschutz(KJM).

Lesetipp

Was fasziniert Kinder und Jugendliche an digitalen Welten? Ab wann beginnt Abhängigkeit? Wie können Eltern vorbeugen?

Erste Infos zum Thema Künstliche Intelligenz und ChatGPT sowie weitere nützliche Links gibt es im Bayerischen Erziehungsratgeber.

Der Medienratgeber Schau hin! bietet Familien und Fachkräften Orientierung in der digitalen Medienwelt – mit vielen Infos, aktuellen Meldungen sowie praktischen Tipps und Ratschlägen. Elternfragen beantwortet ein Mediencoach.