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Fragen & Antworten zu „FAQs: Medienerziehung rund um Social Media“

In unserem Web-Coaching am 22.04.2026 gab es viele Infos für Eltern rund um Social Media von Medienexpertin Nadja Jennewein. Die Aufzeichnung können Sie hier ansehen. Im Folgenden finden Sie eine Zusammenstellung der Fragen und Antworten aus dem Chat mit weiterführenden Informationen.

Es ist immer schwer, eine Zeitgrenze für alle zu formulieren. Die Zeiten müssen zur Familie passen. Eine Orientierung gibt es auf „Schau hin!“ oder im Elternguide

Wir empfehlen immer, gemeinsame Regeln mit den Kindern zu vereinbaren. Dann sind Regeln nachvollziehbar für die Kinder und es fällt ihnen auch leichter, diese einzuhalten. Wichtig ist, dass Ihre Tochter auf Sie als Vertrauensperson zukommen kann, wenn sie Probleme oder Sorgen hat. Da hilft es, sich auch für ihre Themen und das, was sie online tut, zu interessieren. Fragen Sie z. B. nach, für welche Personen oder Challenges sie sich auf TikTok interessiert, welche Videos sie begeistern etc. – und kommen Sie so mit ihr ins Gespräch.
Mehr Anregungen für Gespräche finden Sie auf der Seite „Ins Netz gehen“. Mehr Infos zur Medienerziehung gibt es außerdem in den Medienbriefen des Bayerischen Landesjugendamts.

Das ist keine seltene Erfahrung Ihres Sohns, dass andere etwas dürfen. Dadurch entsteht Druck in der Familie. Tatsächlich bieten Dienste wie TikTok viele spannende Inhalte, aber auch Herausforderungen für Kinder. Gut ist, gemeinsam mit Ihrem Sohn das Angebot kennenzulernen. Vielleicht können Sie gemeinsam an Ihrem Gerät mal in TikTok reinschauen. Wenn es dann so weit ist, dass er seinen eigenen Account bekommt, ist es wichtig, mit ihm über die Inhalte, die er dort sieht, im Gespräch zu bleiben und Regeln für die Nutzung zu vereinbaren. Hilfreiche Links dafür, haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Für Mediensucht gibt es klare Kriterien. Gerade im Medienbereich wird oft von Sucht gesprochen, wenn diese noch nicht erfüllt sind. Wichtig ist, zu prüfen, ob das Kind andere Lebensbereiche vernachlässigt, sich die Aktivitäten wirklich nur auf das Medienhandeln beschränken und das über einen längeren Zeitraum. Im Jugendalter ist es z. B. typisch, dass es Phasen gibt, in denen (gerade Jungs) eine Zeit lang viel Zeit mit Medien verbringen. Tatsächlich ist es heutzutage fast nicht möglich, keine Medien zu nutzen. Ein Komplettverbot wird kaum zu realisieren sein. Medienbezogene Süchte sind da auch etwas anders als stoffgebundene Süchte wie bei Alkohol. 
Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Kind zu viel Zeit mit Medien verbringt, helfen vielleicht diese Tipps für Digital Detox im Alltag auf Klicksafe
Wenn Sie sich bereits Sorgen um ihr Kind machen und alleine nicht weiterkommen, können Sie sich zur Beratung z. B. an einen Familienstützpunkt oder eine Erziehungsberatungsstelle wenden.

Ganz wichtig ist, mit Ihrem Kind ins Gespräch zu gehen. Fragen Sie nach: Was fasziniert dich an Social Media so sehr? Was interessiert dich? Was schaust du gerne? Welche Influencer interessieren dich? Lassen Sie sich die Online-Welt Ihres Kindes zeigen und knüpfen Sie daran an. Gemeinsam fallen Ihnen bestimmt Aktivitäten ein, die einen Bezug zur Online-Welt haben. Bei den Medienfachberatungen finden Sie auch Jugendmediengruppen, die interessant für Ihr Kind sein können. Hier können Sie Angebote in Ihrem Bundesland finden.

Snapchat ist eine bei vielen Jugendlichen beliebte App – damit kann es gut sein, dass Kinder mit dem Wunsch kommen, die App zu nutzen. Bei Snapchats sind Schnappschüsse (Snaps) ein wichtiges Element – die Nutzenden tauschen also Fotos aus. Das ist interessant und macht Spaß. Wenn man über einen längeren Zeitraum mit Freundinnen und Freunden Kontakt hält, erhält der Kontakt auch eine Flamme. Dafür muss man täglich ein Snap schicken. Das zeigt schon, dass die App auch weiß, wie sie die Nutzenden bindet. Eine Schwierigkeit bei der App ist also, dass es einen Druck gibt, sie jeden Tag zu nutzen und auch auf Snaps von Kontakten zu reagieren. 
Es gibt auf Snapchat auch die Möglichkeit mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen. Dass das mit Fotos geschieht, ist ein Risiko, über das Sie mit Ihren Kindern unbedingt sprechen sollten. 
Tipps für die Einstellung von Snapchat finden Sie auf medien-kindersicher.de.

Hier können wir kein festes Alter empfehlen. Es kommt immer darauf an, wie weit das Kind in seiner Entwicklung ist und welche Vorkenntnisse es mit dem Smarthone bereits hat. Natürlich ist es für viele Kinder wichtig, Teil der Gruppe zu sein. Beim Elternguide gibt es gute Infos rund um Klassenchats. Wir empfehlen auch gerne, vorher gemeinsam mit dem Kind und in geschütztem Rahmen zu üben, wie ein Chat funktioniert. Am besten mit einem sicheren Messenger wie Signal oder Threema.

Es ist auf jeden Fall ein sehr guter Ansatz, mit dem Kind ins Gespräch zu gehen und über Risiken aufzuklären. Wichtig ist dabei, auch die Motive des Kindes zu erfahren. Was interessiert das Kind an Social Media? Was macht daran Spaß? Aber auch: Wo sieht es Probleme? Denn oftmals sind junge Menschen auch kritisch. Von diesem Ausgangspunkt ist es vielleicht leichter, gemeinsam über Regeln und Umgangsweisen zu sprechen.
Ein Verbot von Social Media verschließt einen für Jugendliche wichtigen Raum, in dem sie sich austauschen, informieren und teilhaben können. Kinder und Jugendliche haben aber ein Recht auf digitale Teilhabe. Ein Ansatz wäre daher, eventuell einzelne Dienste zu begrenzen oder die Zeit. Vielleicht können Sie mit Ihrem Kind einen Mediennutzungsvertrag verhandeln – beide als Verhandlungspartner. Auf mediennutzungsvertrag.de finden Sie Vorlagen. Die Aufmachung richtet sich eher an jüngere Kinder, aber an den Regeln dort können Sie sich auch für Vereinbarungen mit älteren Kindern orientieren.
 

Tatsächlich ist überraschend, mit wie wenig Informationen auf einem Bild jemand gefunden werden kann. Dazu gibt es spannende Videos im Netz, in denen Menschen nur mit wenigen Bildausschnitten gefunden werden, z. B. unter dem Hashtag #findme. Das gemeinsam anzuschauen, könnte Anlass für ein Gespräch mit Ihrer Tochter sein. Davon ausgehend können Sie vielleicht Regeln besprechen, was Ihre Tochter posten darf und wo es für Sie zu kritisch wäre.

Das ist eine schlimme Erfahrung und es ist schon einmal wichtig, dass er sich Ihnen offenbar anvertraut hat. Wichtig ist, Ihrem Sohn zu Seite zu stehen und das können Sie auf mehreren Stufen:
Erstens, indem Sie sich für ihn und seine Erlebnisse interessieren.
Zweitens sollten Sie die Posts sichern und dokumentieren.
Drittens können Sie solche Inhalte bei Meldestellen melden. Die setzen sich dann dafür ein, dass sie entfernt werden.
Viertens können Sie die Inhalte auf den Plattformen melden und die Kontakte blockieren. Fünftens sollten Sie sich, wenn Sie Mitschüler vermuten, an die Schule wenden. Das ist dann kein Medienproblem, sondern eines des sozialen Umgangs in der Klasse. Vielleicht können Sie sich an die Schulsozialarbeit wenden, damit das auch in der Gruppe thematisiert wird. Zusätzlich würden wir empfehlen, dass sich Ihr Sohn auch an Beratungsstellen wendet – anonym. Beratung von Jugendlichen für Jugendliche bietet z. B. Juuport an. 
Speziell in Bayern gibt es auch Digitale Streetworker, an die sich Jugendliche wenden können. 
Die Beschwerdestellen finden Sie über diesen Link.
Mehr Infos und Tipps, was Sie bei (Cyber-)Mobbing tun können, erhalten Sie außerdem in diesem Web-Coaching.

Für Ihre Tochter ist das Thema offenbar sehr wichtig und es lohnt sich, sie mit ihren Interessen ernst zu nehmen. Es gibt sehr beliebte Content Creators, die gleichzeitig konsumkritisch sind. Unser Tipp: Klicken Sie sich selbst durch Instagram oder TikTok und wählen Sie geeignete Formate aus. Schauen Sie diese gemeinsam an und gehen Sie ins Gespräch. Bestimmt hilft es, auch über Geld und Konsum miteinander zu sprechen. Mehr Infos dazu finden Sie in diesem Beitrag beim Bayerischen Erziehungsratgeber

Mit dem Kind in Beziehung zu bleiben ist ganz wichtig. Fragen Sie nach: Was schaust du dir gerne an? Was interessiert dich? Welche Influencer machen dir Spaß? Kinder fühlen sich oft nicht gesehen oder ernst genommen. Legen Sie gemeinsame Regeln fest und dabei auch feste Zeiten oder Räume, bei denen das Smartphone nichts zu suchen hat. Sie sind auch Vorbild: Kinder können Regeln besser nachvollziehen, wenn sie sehen, dass die Regeln nicht nur für sie selbst gelten.
Unterstützung bei Erziehungsthemen finden Sie bei ELTERNTALK, bei Familienstützpunkten oder Erziehungsberatungsstellen

Das ist sehr spannend, wie sich ihre Tochter TikTok erschließt. Gut ist, dass Sie ja offenbar im Gespräch sind und ihre Tochter einen Account mit Ihnen teilt. Es ist aber nicht ungewöhnlich, dass sich Jugendliche (und auch Kinder) von Eltern abgrenzen und sich ausprobieren wollen. Haben Sie mit Ihrer Tochter über mögliche Risiken gesprochen? Haben Sie den Eindruck, dass sie die Risiken verstanden hat? Dann gibt es eine gute Grundlage, dass Sie Ihrer Tochter vertrauen können. Wenn Sie Sorge haben, dass Ihre Tochter die Online-Welt nicht richtig einschätzen kann, dann lesen sie vielleicht gemeinsam mit Ihrer Tochter nochmal auf Plattformen wie „Schau hin!“ oder Webhelm Texte zu TikTok, den damit verbundenen Risiken und wie man sich davor schützen kann. Klären Sie mit Ihrer Tochter, dass sie immer zu Ihnen kommen kann, wenn etwas passiert. Auch hier ist wichtig, Ihrer Tochter mögliche Anlaufstellen mitzugeben wie Juuuport oder Digital Streetwork Bayern.