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Eltern stärken – Netzwerke unter Familien fördern

So schön und erfüllend ein Leben mit Kindern ist, so anspruchsvoll ist es auch, Kinder zu erziehen. Elternsein bringt in jeder Lebensphase eines Kindes Herausforderungen mit sich: Wie kann ich mein Kind gut fördern? Wie gehe ich mit Trotz- und Schreiphasen um? Welche Medien sind für mein Kind geeignet? Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Aufklärung meines Kindes? Wer hilft, wenn ich mit meinem Kind nicht mehr weiter weiß? Eltern sind mit ihren Fragen nicht allein: Bayern bietet ein breites Netz an Beratungs-, Informations- und Unterstützungsangeboten.

Eltern stärken: Was tut der Freistaat Bayern?

Der Freistaat Bayern fördert Angebote zur Stärkung der Eltern in ihrer Erziehungskompetenz mit jährlich über 18 Mio. Euro. Damit werden auch die Kommunen in ihren Aufgaben finanziell entlastet. Es gibt eine Reihe von Broschüren und Internetangeboten zu vielen Fragen rund um die Familie sowie ein dichtes Netz an persönlichen Beratungsangeboten in ganz Bayern. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Angebote hier vor:

Ehe- und Familienberatungsstellen

Knapp 130 räumlich gut erreichbare Ehe- und Familienberatungsstellen beraten in allen Fragen der Partnerschaft und Familie. Bei Streit, Konflikten oder einer Ehekrise bieten sie kompetente Hilfe an und versuchen gemeinsam mit den Paaren Lösungen zu finden. Durchschnittlich lassen sich 25.600 Familien jährlich beraten.

Weitere Informationen zu den Ehe- und Familienberatungsstellen finden Sie hier: mehr über Ehe- und Familienberatung

DVD-TIPP

Die DVDs „Gelungene Kommunikation … damit die Liebe bleibt“ geben Tipps zur Verbesserung der Paarkommunikation. Erfahren Sie mehr: zur DVD „Gelungene Kommunikation“

Runde mit mehreren Müttern und ihren Kleinkindern. (Foto: Getty)

Mitten im Leben: In Mütterzentren finden Eltern Infos, Dienstleistungen und viele Kontakte. Getragen werden die Zentren von ehrenamtlich engagierten Müttern und Vätern. (Foto: gettyimages)

Mütterzentren

In Mütterzentren beteiligen sich Mütter und auch Väter ehrenamtlich. Sie bringen ihre Kenntnisse und Kompetenzen ein, bieten Raum für Erfahrungsaustausch und helfen, ein nachbarschaftliches Netzwerk aufzubauen. Mütterzentren bieten unter anderem:

  • offene Treffs
  • stundenweise Kinderbetreuung, v. a. für Kleinkinder
  • Infos für Eltern – auch über regionale Angebote der Eltern- und Familienbildung
  • vielfältige Dienstleistungen vom Babysitting über Nachbarschaftshilfe bis zum Second-Hand-Bazar
Gesprächsrunde mit Müttern und Vätern.

„Mütterzentren“ sind nicht nur Begegnungsorte für Mütter. Auch Väter sind willkommen – und nehmen das Angebot auch immer häufiger an. (Foto: Fotolia)

Die Angebote werden, ganz nach dem Bedarf vor Ort, von den Eltern angeregt und gestaltet. Das Ziel: Familien im Alltag entlasten und Räume zur kreativen Gestaltung öffnen. Manchmal bleibt man(n) und frau lieber unter sich: Bewusst gibt es deshalb auch Angebote von Müttern für Mütter und von Vätern für Väter.

In Bayern fördert das Familienministerium diese Hilfe zur Selbsthilfe seit 1992: Mütter und Väter erhalten für den Betrieb des offenen Treffs und die stundenweise Kinderbetreuung Aufwandsentschädigungen. Derzeit gibt es rund 80 Mütterzentren in Bayern. Für ihre Förderung steht im Haushaltsjahr 2017 mehr als eine Million Euro zur Verfügung.

Adressen

Sie möchten das Mütterzentrum in Ihrer Nähe kennenlernen und/oder sich ehrenamtlich engagieren?

Ein Verzeichnis der Mütterzentren in Bayern mit allen Adressen sowie weitere Informationen zur Förderung finden Sie auf der Website des Zentrums Bayern Familie und Soziales (ZBFS) und beim Landesverband Mütter- und Familienzentren in Bayern e. V.

Logo: Familienstützpunkte.

Die Familienstützpunkte bieten Rat und Hilfe für Eltern und Familien.

Familienstützpunkte

Familienstützpunkte sind Kontakt- und Anlaufstellen, die konkrete Angebote der Eltern- und Familienbildung in einer Gemeinde oder Stadt vorhalten und mit anderen sozialen Einrichtungen gut vernetzt sind. Sie bieten für die unterschiedlichen Bedürfnisse der Familien je nach Alter des Kindes und Familiensituation geeignete Hilfen an. Zudem haben sie eine Lotsenfunktion zu anderen Stellen, die Eltern in ihren Erziehungsfragen kompetent unterstützen.

Familienstützpunkte sind an bestehende Einrichtungen wie Mütterzentren, Mehrgenerationenhäuser oder Kindertageseinrichtungen angegliedert. Immer mehr Kommunen in Bayern beteiligen sich an diesem Förderprogramm. Mit über 130 Familienstützpunkten werden über die Hälfte der Kinder eines Geburtsjahrgangs in Bayern erreicht. Hier finden Sie den Familienstützpunkt in Ihrer Nähe.

Übrigens

Beim ELTERNTALK kommen Eltern mit Eltern ins Gespräch. In den Gesprächsrunden werden etwa Fragen der Medien- und Konsumerziehung diskutiert. Moderiert werden die Talkrunden von gut geschulten, ehrenamtlichen Moderatorinnen und Moderatoren. Sie sind selbst Mütter bzw. Väter und wissen ganz genau, wo Eltern der Schuh drückt! Hier erfahren Sie mehr aus erster Hand: zum Gespräch mit zwei ELTERNTALK-Moderatorinnen

Netzwerk Familienpaten in Bayern

Das „Netzwerk Familienpaten in Bayern“ bietet Familien Unterstützung durch geschulte ehrenamtliche Kräfte. Familienpatinnen und Familienpaten können eingesetzt werden, wenn sich Eltern in einer Situation befinden, die belastend werden kann – z. B. durch Trennung oder Scheidung der Eltern, Krankheit oder Tod eines Familienmitglieds, beengte Wohnverhältnisse, Armut und/oder Arbeitslosigkeit, Belastung durch die Schule und/oder Isolation der Familie, also fehlende soziale Kontakte. Die Patinnen und Paten sollen Eltern und Familien in ihrer Erziehungs- und Alltagskompetenz stärken. Dadurch sollen Eltern und andere Erziehungsberechtigte ihre Erziehungsverantwortung besser wahrnehmen können. Der Einsatz der Patinnen und Paten soll vermeiden, dass sich eine belastende Situation zur akuten Krise und/oder zum dauerhaften Problem entwickelt. Der Einsatz der Patinnen und Paten ist zeitlich begrenzt.

Erklärt

Familienpatenschaften sind ein „primärpräventives und niedrigschwelliges Angebot“. Was bedeutet das?

„Primärpräventiv“ heißt: Familien sollen bei Bedarf möglichst frühzeitig Rat und tatkräftige Unterstützung bekommen.

„Niedrigschwellig“ bedeutet: Das Unterstützungsangebot kann ohne großen Aufwand in Anspruch genommen werden. Und, ganz wichtig: Es ist nicht peinlich, wenn eine Patin oder ein Pate in die Familie kommt. Sie sind Partner und Coaches in Erziehungs- und Alltagsfragen.

In diesen Bereichen können Familienpatinnen und Familienpaten unterstützen:

  • Gesundheit fördern (Bewegung, gesunde Ernährung)
  • Tagesstruktur schaffen (Freizeitgestaltung der Kinder, Unterstützung bei schulischen Schwierigkeiten)
  • Netzwerke aufbauen, z. B. in der Nachbarschaft oder unter Verwandten
  • Alltagsentscheidungen treffen

Bei Bedarf lotsen die Ehrenamtlichen die Familie auch weiter zu Fach- und Beratungsstellen (z. B. Erziehungsberatungsstellen). Die Schulung zur Familienpatin bzw. zum Familienpaten wird derzeit an 48 Standorten in Bayern angeboten.

Adressen

Sie möchten mehr über das Netzwerk erfahren und/oder sich selbst ehrenamtlich als Familienpatin bzw. Familienpate engagieren? Auf der Website des Netzwerks Familienpaten in Bayern finden Sie alle Informationen.

Logo: „KoKi – Netzwerk frühe Kindheit“.

Fragen, Problemchen oder große Probleme: Die KoKis sind bayernweit die ersten Anlaufstellen für Eltern von Säuglingen und Kleinkindern.

Koordinierende Kinderschutzstellen (KoKi – Netzwerk frühe Kindheit)

Eltern haben tausend Fragen, viele Problemchen und manchmal auch ganz handfeste Probleme. Wenn das Kind stundenlang schreit, ein Elternteil psychisch erkrankt ist oder wenn sich Eltern trennen – all dies kann sich belastend auf die Familie auswirken, bis hin zur Überforderung. Die Anlaufstelle für Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern sind bayernweit die Koordinierenden Kinderschutzstellen (KoKi – Netzwerk frühe Kindheit) bei den Jugendämtern. Die KoKis bieten Familien passgenaue Unterstützung in belastenden Lebenssituationen und vermitteln auf Wunsch an entsprechende Stellen vor Ort. Diese reichen von der Schreibabyberatung, der Familienhebamme, den Erziehungsberatungsstellen, den Frühförderstellen bis hin zur Schuldnerberatung.

Adressen

Sie interessieren sich für die Arbeit der KoKis? Weitere Infos und ein Verzeichnis aller KoKis in Bayern finden Sie auf der Website der Koordinierenden Kinderschutzstellen.

Erziehungsberatung

Eine wichtige Hilfestellung für Kinder, Jugendliche und Eltern bietet das flächendeckende Netz an Erziehungsberatungsstellen. Diese beraten bei familiären Problemen, Trennung, Scheidung, Umgang, Erziehungs- und Entwicklungsfragen sowie zunehmend auch zum verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien und zu psychischen familiären Belastungen. Ein Kostenbeitrag der Eltern wird für die Beratung nicht erhoben.

In Bayern gibt es rund 180 Erziehungsberatungsstellen (einschließlich Nebenstellen und Außensprechstunden), die vom Freistaat Bayern mit rund 7,5 Mio. Euro gefördert werden. Jährlich finden dort rund 62.000 Beratungen statt. Die Beratungsstelle in Ihrer Nähe finden Sie hier.

Oder Sie nutzen die Online-Beratung. Diese wird als Einzelgespräch, Gruppen- oder Themenchat oder im Forum angeboten. Dieses Angebot der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung wird auch von Bayern unterstützt.

Übrigens

„Kinder brauchen keine perfekten Eltern“. Davon ist Dr. Bernhard Kühnl, Leiter der Städtischen Erziehungsberatungsstellen München, überzeugt. Die Beratungsstellen unterstützen Kinder und Jugendliche, Eltern und andere Erziehungsberechtigte kostenfrei und begleiten sie bei Bedarf über eine längere Zeit. Erfahren Sie mehr im Gespräch mit Dr. Bernhard Kühnl.

Publikationen und Info-Portale

Hier finden Sie Broschüren und DVDs des Familienministeriums zu Erziehungsthemen. Sie können diese über das Broschüren-Portal des Familienministeriums bestellen oder herunterladen:

  • Die Broschüre „Stark durch Bindung“ gibt Tipps zur elterlichen Feinfühligkeit in den ersten Lebensjahren.
  • Die Broschüre „Stark durch Erziehung“ vermittelt acht Botschaften für eine „starke Erziehung“. Die Broschüre ist auch in 16 Fremdsprachen und in Leichter Sprache erhältlich.
  • Die Broschüre „Freiheit in Grenzen“ gibt Eltern grundlegende Hinweise zur Erziehung von Kindern im Vorschulalter. Die Broschüre beinhaltet eine DVD mit typischen Problemsituationen im Erziehungsalltag.
  • Das Bayerische Landesjugendamt hat im Auftrag des Familienministeriums insgesamt 48 Elternbriefe entwickelt. Die Elternbriefe informieren (werdende) Eltern über die Entwicklung ihres Kindes von der Geburt bis zur Volljährigkeit. Die Eltern erhalten die passenden Infos zum jeweiligen Alter des Kindes, z. B. zum Entwicklungsstand oder zur Gesundheitsvorsorge. Die Elternbriefe sind in vielen örtlichen Jugendämtern kostenfrei erhältlich. Online und barrierefrei stehen sie auf der Website „Eltern im Netz“ zur Verfügung. Die Elternbriefe können dort als Newsletter abonniert werden. Zu den Elternbriefen des Landesjugendamts.
  • Die Website „Eltern im Netz“ unterstützt Eltern mit einer Vielfalt von Informationen zu Fragen rund um Familie und Erziehung.