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Hallo, Welterklärer! Familie & Bildung

Bildung macht stark. Sie sichert gute Chancen im Beruf, die Mitgestaltung in unserer Gesellschaft und oft sogar ein längeres Leben. Nicht nur Kita und Schule sind bei der Bildung gefragt, sondern auch die Eltern. Und zwar von der Geburt des Kindes bis über die Pubertät hinaus. Was „Bildung“ genau ist, wie sie im Familienalltag funktioniert und warum man kein Abi oder Studium braucht, um seine Kids zu bilden: Das erfahren wir im Web-Coaching mit Professor Dr. Sabine Walper, Forschungsdirektorin am Deutschen Jugendinstitut (DJI).

Aufzeichnung des Web-Coachings vom 17.9.2020: Hallo Welterklärer! Tipps für Eltern, von Bindung bis Bildung.

Studiogast: über Prof. Dr. Sabine Walper und das DJI

Sabine Walper hat Psychologie und Pädagogik studiert und an der TU Berlin sowie der LMU München wissenschaftlich gearbeitet. Nach ihrer Habilitation wurde sie 2000 als Professorin für Erziehungspsychologie an die Universität Dortmund berufen. Im Jahr darauf kehrte sie an die LMU München zurück und übernahm dort die Professur für Pädagogik mit dem Schwerpunkt Jugendforschung. Seit 2012 ist sie Forschungsdirektorin beim Deutschen Jugendinstituts e. V. (DJI) in München. Das DJI ist eines der größten europäischen Forschungsinstitute zu sozialwissenschaftlichen Fragen. Das Institut untersucht die Lebenslagen von Kindern, Jugendlichen und Familien. Außerdem berät das DJI die Politik und versorgt die Fachpraxis mit wichtigen Anregungen.

Mehr über Prof. Dr. Sabine Walper und das DJI: zum Interview im Familien-Magazin

Familie & Bildung: mehr erfahren

„Bildung“: was ist das?

Bildung findet in der Kita und der Schule statt – und zu Hause! Eltern sind Welterklärer für ihre Kinder, von Geburt an. Konkret bedeutet „Bildung“, dass Eltern ihren Kindern

  • Fragen beantworten,
  • vieles beibringen, was sie im Leben brauchen,
  • Anregungen geben, die Welt zu entdecken,
  • ein gutes Vorbild sind und auch
  • Regeln klar vermitteln und bei einer Haltung bleiben (= konsequente Erziehung).

Aufmerksam sein, aber nicht „überfördern“

Aufmerksam sein, den Kindern zuhören und zuschauen, Fragen beantworten, Anregungen geben: Das ist gelebte Bildung! Sie müssen Ihre Kinder nicht von früh bis spät mit Bildungsangeboten „überfördern“. Kinder brauchen auch Freiraum, um zu tun, worauf sie gerade Lust haben – und ruhig mal Langeweile, denn aus der entstehen die besten Ideen. Was Kinder nicht brauchen: „Helikopter“- oder „Rasenmäher-Eltern“, die jeden Schritt überwachen und alle Probleme aus dem Weg räumen. Schließlich sollen Kinder lernen, selbständiger zu werden. Dazu gehört, Probleme selber lösen (und auch Fehler machen dürfen).

Kinder bilden, aber wie? Zwei Beispiele

  • Beispiel 1: Babys müssen die Erfahrung machen: Mama/Papa versteht, was ich brauche. Ich kann mich auf sie/ihn verlassen. Gemeinsam entdecken wir die Welt. Wenn wir eine Blume oder ein Tier angucken, dann staunen wir gemeinsam und lachen vor Vergnügen! Dabei lerne ich übrigens auch, wie Verständigung funktioniert.
  • Beispiel 2: Klein- und Vorschulkinder erleben die Sprache, ein Schlüssel zur Bildung. Sie brauchen das Gefühl: Ich verstehe es richtig gut, wenn Mama/Papa wenn mir etwas erklären. Sie hören mir aufmerksam zu und reden viel mit mir (aber sie lassen mir auch Raum, um stillvergnügt zu spielen und zu träumen ...). Wenn wir Bilderbücher anschauen oder sie mir vorlesen, dann erleben wir die Abenteuer gemeinsam und kriechen so richtig in die Geschichten hinein!

FAMILIE & BILDUNG: HIER GEHT’S WEITER

Bildung beginnt mit einer starken Bindung zwischen Eltern und Kind. Und auch Erziehung macht Kinder stark. Hier finden Sie Infos und Links, von der Bindung im Babyalter bis zu Schulthemen:

Alles über „Bildungs-/Erziehungsfragen“ im Familienportal