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Fragen & Antworten zu „Entspannt statt erschöpft: Stress im Familienalltag leichter meistern“

In unserem Web-Coaching am 18.11.2025 gab es viele hilfreiche Infos und praktische Tipps für Eltern zum Thema „Stress im Familienalltag“. Die Aufzeichnung können Sie hier ansehen. Im Folgenden finden Sie eine Zusammenstellung der Fragen und Antworten aus dem Chat mit weiterführenden Informationen.

Stress der Eltern

Längeres Aus- als Einatmen hilft dem Körper, in den Entspannungsmodus zu kommen. Wenn Sie Schwierigkeiten mit dem längeren Ausatmen haben, können Sie es mit der sogenannten „Lippenbremse“ versuchen. Dabei legen Sie die Lippen leicht aufeinander bzw. spitzen sie. So atmen Sie gegen den Widerstand der Lippen aus bzw. blasen zwischen dem Spalt durch und können deutlich länger ausatmen. 

Das ist sehr nachvollziehbar. Oft kommen von sehr vielen Menschen Ratschläge, wie Eltern etwas in der Erziehung vermeintlich besser machen können und besonders Mütter geraten schnell in den Fokus. Hilfreich ist es, sich in einem weniger stressigen Moment schon gute Antwortsätze zu überlegen, sodass Sie diese in den Situationen gleich parat haben. Denn im großen Stress können wir nicht nachdenken.
Vielleicht hilft Ihnen unser Web-Coaching „Wunderbar unperfekt“ auch weiter – es geht darum, wie sich Eltern selbst weniger Stress machen und mehr Gelassenheit finden können.
Was die sogenannte Autonomiephase angeht: Die Wut Ihrer Kinder ist ein wichtiges Gefühl und es braucht Zeit bis sie es regulieren, d. h. einen Umgang damit finden können. Mehr Infos zur Autonomiephase finden Sie auch im Elternbrief Nr. 10 sowie in diesen Web-Coachings: „Von Trotzanfall bis Teenie-Zoff: Wut verstehen, kreativ reagieren“ und „Wut im Bauch: Kleine Kinder verstehen und Lösungen finden“. Unten auf den jeweiligen Seiten der Web-Coachings finden Sie außerdem weiterführende Links zu dem Thema.

Das klingt nach einer herausfordernden Zeit. Gerade in den ersten Lebensjahren brauchen Kinder viel Nähe, das kann für die Eltern auch zu viel werden. Es kann helfen, wenn Sie sich Personen in Ihrem Umfeld anvertrauen und auch um konkrete Unterstützung bitten, z. B. beim Wäschewaschen oder Einkaufen. Für eine professionelle Unterstützung können Sie auch einen Familienstützpunkt oder eine Erziehungsberatungsstelle aufsuchen, damit Sie konkrete Hilfe für Ihre Situation erhalten: 
Zu den Familienstützpunkten in Bayern
Zu den Erziehungsberatungsstellen in Bayern 

Ihre finanzielle Situation klingt sehr herausfordernd. Sie müssen sich hierfür nicht schämen. Kinder wollen dazugehören, das ist ganz normal. Aber es ist auch wichtig, dass Kinder lernen, dass nicht alle Wünsche erfüllt werden können. Zeigen Sie Ihren Kindern, dass neben materiellen Wünschen auch andere Dinge zählen, wie z. B. ein gemeinsamer Spielenachmittag, abends ein schönes Buch gemeinsam lesen, auf den Spielplatz zu gehen, etwas basteln mit Dingen, die Sie zusammen in der Natur finden usw.
Infos zu finanziellen Hilfen für Familien gibt es beim Bayerischen Erziehungsratgeber.

Gerade in den ersten Lebensjahren steuert ein Kind immer seine Hauptbezugsperson an. Hier hat es Sicherheit, z. B. in Bezug darauf, wie Rituale ablaufen, wie dieser Elternteil reagiert, wenn das Kind XY macht usw.). Für den Einbezug vom anderen Elternteil braucht es aktive Arbeit von beiden. In Ihrem Fall muss zum einen der Papa mehr in den Vordergrund treten und mehr Aufgaben übernehmen, sodass Papa und Kind eine gemeinsame Routine finden. Sie als Mutter wiederum müssen Ihr Kind auch ermutigen, es einmal mit dem Papa auszuprobieren. Falls Sie alleine nicht weiterkommen, kann Ihnen auch eine Beratung helfen. 
Zu den Familienstützpunkten in Bayern.
Zu den Erziehungsberatungsstellen in Bayern.

Stress mit den Kindern

Für Kinder sind Übergänge sehr schwierig (aus dem Bett - zum Frühstücken - ins Bad etc.), da passiert es häufiger, dass diese hinausgezögert werden. Außerdem spüren Kinder die Spannung, weil natürlich auch Sie pünktlich losmüssen. Versuchen Sie, kleine Spiele einzubauen, z. B. eine Anziehstraße, auf der Sie die Kleidung Ihrer Tochter auslegen, die Zeit stoppen beim Waschen o. Ä. – das hilft vielen Kindern.

 

Das ist sicher eine anstrengende Situation. Wenn Ihre Kinder schon älter sind, können Sie ihnen vielleicht erklären, dass Sie erst einmal ein bisschen Ruhe benötigen und eine 15-minütige "Pause" vereinbaren, wenn Sie nach Hause kommen. Sind Ihre Kinder noch klein, können Sie vielleicht ein Spiel daraus machen, dass die Kinder sich verstecken und ganz leise sind, bis sie von Ihnen gefunden werden. Wichtig ist, dass Sie Ihre eigenen Bedürfnisse ernst nehmen und für sich selbst sorgen.

Ihr Sohn steckt gerade in einer wichtigen Entwicklung – der sogenannten Autonomiephase. In dieser Zeit zeigen viele Kinder einen ausgeprägten eigenen Willen, was für Eltern sehr anstrengend sein kann. Überlassen Sie ihm Eigenverantwortung, wo das möglich ist, z. B. bei der Auswahl seiner Kleidung, Gestaltung von Spielen o. Ä. und bleiben Sie standhaft, wo Sie in Ihrer Erziehungsverantwortung gefragt sind, wie z. B. beim Zähneputzen. 
Manchmal hilft es auch, wenn Sie Verständnis für seine heftigen Gefühle zeigen, z. B. indem Sie sagen „Ich ärgere mich auch manchmal so, wenn etwas nicht klappt und werde dann wütend wie ein wilder Tiger!“
Mehr Infos zur Autonomiephase finden Sie auch im Elternbrief Nr. 10 sowie in diesen Web-Coachings: „Von Trotzanfall bis Teenie-Zoff: Wut verstehen, kreativ reagieren“ und „Wut im Bauch: Kleine Kinder verstehen und Lösungen finden“. Auf den jeweiligen Seiten der Web-Coachings gelangen Sie auch zu den zusammengestellten Fragen und Antworten aus dem Chat sowie zu weiterführenden Links.

Das Nicht-Zuhören könnte unterschiedliche Ursachen haben. Sie sollten auf jeden Fall einmal beim Kinderarzt nachfragen, um mögliche Hörbeeinträchtigungen auszuschließen. Manche Kinder haben auch Probleme in der Wahrnehmung und Aufmerksamkeit, auch hier kann eine medizinische Abklärung hilfreich sein. Falls Ihre Kinder aber nur dann nicht hören, wenn sie etwas nicht machen wollen, dann könnten Sie sich z. B. in einer Beratungsstelle ein paar konkrete Tipps für bestimmte Situationen holen. Manchmal hilft es, Anreize zu setzen, indem Sie Ihre Kinder viel loben, wenn etwas gut läuft.
Wenn Ihre Kinder noch klein sind, schauen Sie gerne auch mal in die zusammengefassten Fragen und Antworten des Web-Coachings „Wut im Bauch: Kleine Kinder verstehen und Lösungen finden“. Dort finden Sie Tipps für verschiedene Situationen. 
Mehr Infos zu Trotz, Widerstand und Grenzen gibt es in hilfreichen Videos auf www.stark-durch-erziehung.bayern.de

Jugendliche genießen die Zeit am Handy oft sehr, weil sie hier mit ihren Freunden schreiben oder auf Instagram sein können. Zeit am Handy sollte aber nicht unbegrenzt sein. Es ist oft hilfreich, gemeinsam mit den Kindern klare Regeln festzulegen. Beispielsweise: „Abends dürft ihr eine Stunde am Handy sein, aber beim Abendessen bleibt es aus.“ Das gilt dann für alle, auch für die Eltern. Wichtig ist, mit den Kindern im Austausch über die Mediennutzung zu bleiben. Tipps für Gespräche finden Sie in diesem Artikel auf Klicksafe.
 

Abends, wenn alle schon einen anstrengenden Tag hinter sich haben, entstehen besonders oft stressige Situationen. Hier hilft oft ein gut strukturierter Ablauf. Am besten reduzieren Sie schon am späteren Nachmittag "wilde" Tobespiele und Medienkonsum. Dann legen Sie die Punkte fest, die täglich erledigt werden müssen: Abendessen, Zähneputzen, Waschen usw. Für danach können Sie ein schönes Ritual vereinbaren, z. B. Kuscheln, gemeinsam ein Buch lesen, eine Massage o. Ä.
 

Es hilft, wenn vor allem die Erwachsenen kurz einen inneren Pausenknopf drücken können: z. B. dreimal tief durchatmen oder sich selbst kurz kaltes Wasser über die Arme laufen lassen, bevor Sie antworten. Vielleicht können Sie und Ihr Partner sich auch gegenseitig ein Zeichen geben, bevor Ihre Gefühle hochkochen und ein Elternteil kann erstmal den Raum verlassen, um sich selbst etwas zu beruhigen. In einer Beratungsstelle können Sie solche Situationen noch einmal genauer betrachten und gemeinsam mit Fachkräften konkrete Strategien entwickeln.
Zu den Erziehungsberatungsstellen in Bayern.
 

Kinder im Stress

Bei Schulverweigerung sollte möglichst schnell gehandelt werden, da Ängste ansonsten immer größer werden und kaum überwindbar erscheinen. Wichtig wären Gespräche mit der Lehrkraft, wie gemeinsam Brücken gebaut werden können, sodass es ihm leichter fällt. Beispielsweise ein Code-Zeichen, das nur die beiden kennen, damit Ihr Kind sich Pausen nehmen kann oder ein Freund, der Ihr Kind morgens abholt. Falls es eine Schulsozialarbeit gibt, holen Sie diese mit ins Boot. Es ist schon einmal toll, dass Sie einen Therapieplatz für Ihr Kind gefunden haben! Aber vielleicht brauchen Sie noch ein größeres Netzwerk, indem Sie auch Verwandte, Bekannte und Freunde mit einbinden. Vielleicht hilft es Ihrem Kind, wenn es noch andere Personen im Umfeld hat, zu dem es Vertrauen aufbauen kann.

Es ist wichtig, Ihrem Kind das Gefühl zu geben, dass seine Leistung in der Schule nicht von Ihrer Wertschätzung abhängt. Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass ein Schritt nach dem anderen zählt. Reden Sie z. B. mit Ihrem Kind über die Zeit bis zu den nächsten Ferien. Kinder können kürzere Zeiträume oft besser erkennen und damit umgehen. Zudem hilft es, wenn die Schule nicht immer Thema ist, sondern auch ganz bewusst über ein Hobby, eine Freizeitaktivität oder eine Fernsehsendung gesprochen wird

Das ist bestimmt schwer zu sehen, wenn Ihr Sohn gerade so belastende Erfahrungen in der Schule macht und sich dagegen so wehrt. Ein Gespräch mit der Lehrkraft ist sicherlich hilfreich, vielleicht können die beiden zusätzliche kleine Pausenzeiten miteinander vereinbaren, sodass Ihr Kind den Tag besser bewältigen kann. Gut ist auch, wenn Lehrkraft und Kind nach jedem Schultag sich ein paar Minuten Zeit nehmen und schauen, was an dem Tag gut funktioniert hat und ab wann es anstrengend wurde. Die Unruhe Ihres Sohnes könnte aber auch auf eine medizinische Ursache hindeuten – das sollten Sie zusätzlich mit Ihrer Kinderärztin/Ihrem Kinderarzt besprechen.
 

Geschwisterstreitigkeiten sind für Eltern oft nur schwer auszuhalten. Vielleicht können Sie sich in manchen Situationen in Gelassenheit üben und sich selbst sagen, dass Ihre Kinder gerade wichtige soziale Lernerfahrungen machen. Vielleicht gelingt es Ihnen, durch kooperative Spiele wie Geocaching o. Ä. positive gemeinsame Erfahrungen zu schaffen. Wenn es darum geht, durch den Streit die Aufmerksamkeit der Eltern zu gewinnen, kann es helfen, wenn Sie exklusive Zeiten mit jeder der beiden vereinbaren, in der Mama oder Papa nur für sie da ist. Daneben können auch gemeinsame Unternehmungen (z. B. etwas bauen) für positive Erlebnisse sorgen, die den Zusammenhalt stärken.
Auf jeden Fall dazwischen gehen müssen Sie, wenn der Streit körperlich wird und die Kinder sich gegenseitig verletzen.
Weitere Tipps rund um Streit finden Sie im Web-Coaching „Dicke Luft im Familienalltag“ und speziell zum Thema Geschwisterstreit gibt es ein paar Anregungen in diesem Artikel des Bayerischen Erziehungsratgebers.

Es ist toll, dass Sie den Bewegungsdrang Ihres Sohnes so fördern und er die Gelegenheit bekommt, ihn auszuleben! Vielleicht verlegen Sie die "wilden" Spiele und das Austoben auf den früheren Nachmittag und machen Richtung Abendessen eher ruhigere Aktivitäten. Verzichten Sie dabei möglichst auf elektronische Medien. Ein Ritual zum Einschlafen ist bestimmt eine gute Idee. Vielleicht können Sie noch etwas Körperliches ausprobieren, z. B. ein warmes Bad und danach eine entspannende Massage. Außerdem ist Singen eine gute Methode für Entspannnung.
Manchmal spielen auch Ängste, z. B. vor Dunkelheit eine Rolle. Andere Kinder, besonders wenn sie tagsüber körperlich sehr aktiv sind, nehmen auf einmal viele Gedanken bei sich wahr, wenn sie zur Ruhe kommen. Da hilft es möglicherweise, mit Ihrem Sohn über den Tag zu sprechen. Vielleicht versuchen Sie auch einmal, ein Spiel aus dem Schlafengehen zu machen, bauen gemeinsam eine Höhle aus dem Deckenhügel und Ihr Sohn ist der Bär, der sich zum Winterschlaf hineinkuschelt.

Es ist schön zu lesen, dass Ihre Tochter so ein aktiver Wirbelwind ist. Manche Kinder brauchen viele Menschen um sich herum. Daher ist es gut, wenn Sie viel mit anderen Kindern unternehmen. Ihre Tochter darf aber auch lernen, alleine und in Ruhe Zeit zu verbringen. Vielleicht finden Sie ein schönes Hobby wie Musikhören oder Basteln, das sie in Ruhe für sich ausüben kann. Abends helfen Kindern Routinen, da diese für Klarheit sorgen. Zum Beispiel: Nach dem Zähneputzen lesen wir immer noch gemeinsam ein Buch.
 

Kinder zeigen sich offen, wenn sie sich wohlfühlen und vertrauen sich dann gerne an. Wenn ein Kind in eine neue Umgebung kommt, braucht es oft ein wenig Zeit, um sich wohlzufühlen. Es muss sich erst zurechtfinden und das Neue kennenlernen. Wichtig ist, dass Sie mit Ihrem Kind kindgerecht sprechen. Fragen Sie Ihr Kind: Was es in der Kita erlebt, ob es dort Freunde hat oder das Essen dort schmeckt. Versuchen Sie so herauszufinden, ob es etwas gibt, was Ihr Kind belastet.
 

Stress in der (Ex-)Partnerschaft

Wichtig ist vor allem, dass sie das Thema Geld nicht vor den Kindern ansprechen, sondern in einem ruhigen Moment mit ihrem Mann besprechen. Eine Auflistung der Kosten kann helfen, damit das Gegenüber neutral sehen kann, wofür konkret Geld gebraucht wird. Geben Sie auch Ihrem Mann die Chance sich zu äußern und seine Sorgen zu verstehen.

Das klingt nach einer schwierigen Situation für Ihren Sohn und ist auch gar nicht so einfach zu lösen nach einer Trennung. Wichtig wäre, dass Sie als Eltern über die Ängste von Ihrem Kind sprechen können und gemeinsam überlegen, wie Sie diese überwinden. Sie als Mama können für die Zeit beim Papa etwas von sich mitgeben (z. B. ein Tuch, das nach Ihnen riecht) oder auch mit ihm telefonieren, sodass er weiß, dass Sie da sind. Gleichzeitig muss der Papa auch mit ihm überlegen, wie er ihm wieder Sicherheit vermittelt, z. B. indem er abends noch bei ihm liegen bleibt bis er eingeschlafen ist und auf jeden Fall, indem er morgens nicht ohne Ankündigung weggeht. Wichtig wäre, dass Sie beide hier als Elternteam auftreten, auch wenn Sie auf der Paarebene getrennt sind. Falls das für Sie aktuell schwierig ist, können Ihnen bei diesen Themen Beratungsstellen weiterhelfen, indem diese Gespräche für Sie moderieren und Tipps geben. Sie können sich z. B. an die bke-Onlineberatung oder an eine Erziehungsberatungsstelle in Ihrer Nähe wenden. Ehe- und Familienberatungsstellen helfen auch bei Trennungen weiter. Beratung und Vernetzungsmöglichkeiten für Alleinerziehende bietet außerdem der Verband alleinerziehender Mütter und Väter